Haarausfall – Alopecia

Haarausfall – ein einschneidendes und persönliches Erlebnis.

Viele Betroffene nehmen Haarausfall als einschneidendes und sehr persönliches Ereignis wahr.

Es ist ganz gleich, ob der Haarverlust langsam und kleinflächig oder abrupt, großflächig und schnell voranschreitet. Ein solches Erlebnis gräbt sich tief ins Bewusstsein und ist nur schwer zu verdrängen.

Haare sind ein wichtiges Merkmal unserer Außenwirkung, es wird viel über Haarausfall geforscht, aber bislang leider ohne nennenswerte Ergebnisse.

Trösten Sie sich, Sie sind nicht allein – es gibt viele Menschen auf dieser Welt mit dem gleichen Problem.

Haare sind unser natürlicher Schutz

Haare bestimmen unsere Außenwirkung auf andere Menschen. Sie haben jedoch auch die Funktion, uns vor Kälte und Sonne zu schützen.

Im Verlauf der Evolution und dem Tragen von Kleidung nahm diese Funktion immer mehr ab. Leider kennen wir bis heute die Zusammenhänge zwischen Wachsen und Ausfallen der Haare nicht genau.

Wir wissen aber, dass jedes Haar als autonomes Organ zu betrachten ist und wir ca. 150.000 dieser einzelnen Organe besitzen. Ein Haar-Wachstumszyklus beträgt ca. 2–3 Jahre und stellt im Zusammenhang mit dem permanenten Wachsen der Haare unseren permanenten homogenen und stabilen Schutz sicher, selbst wenn wir durch äußere Einflüsse einen Teil unserer Haare verlieren sollten.

Formen von Haarausfall (Alopecia)

Folgende Arten von Haarausfall möchten wir Ihnen kurz erläutern:

Chemotherapie: Häufige Ursache für Haarausfall

Am bekanntesten ist der Haarausfall durch einige Formen der Chemotherapie. Viele der zur Chemotherapie eingesetzten Medikamente, sogenannte Zytostatika, wirken besonders auf schnell wachsende und sich häufig teilende Zellen. Deshalb schädigen sie Haarwurzelzellen, Hautzellen, Schleimhautzellen und Blutzellen. Normalerweise wachsen Kopfhaare um etwa einen Drittel Millimeter am Tag. Zwischen 80 und 90 Prozent aller Zellen an der Haarwurzel sind ständig in der empfindlichen Teilungsphase. Augenbrauen, Wimpern und die Körperbehaarung wachsen langsamer: Hier sind nur etwa 10 bis 20 Prozent der Haarwurzeln besonders empfindlich gegenüber einer Schädigung.

Wie entsteht der Haarausfall bei einer Chemotherapie?

Greifen bestimmte Zytostatika – nicht alle wirken auf die Haare - in diesen Zyklus ein, beginnt etwa zwei bis vier Wochen später ein mehr oder weniger starker Haarausfall von der Wurzel her. Gelegentlich brechen geschädigte Haare auch dicht über der Kopfhaut ab. Bei niedrig dosierter Chemotherapie kann sich der Haarausfall auch später und langsamer sowie weniger stark einstellen. Richtig sichtbar für Außenstehende ist erst der Verlust von mehr als der Hälfte der Kopfbehaarung. Ob das Kopfhaar gar nicht, schwach oder völlig ausfällt, hängt von der Art der Arzneimittel, ihrer Dosis und der persönlichen Veranlagung ab. Das gilt auch für die Wahrscheinlichkeit, mit der nicht nur die Kopfhaare, sondern auch Augenbrauen, Wimpern, Bart und Körperbehaarung betroffen sein werden.

Was auf den Patienten zukommen kann, erfährt der Betroffene in der Regel vor der Behandlung durch seinen behandelnden Arzt.

Haarausfall durch Bestrahlung: Selten, aber schwer beeinflussbar

Auch durch eine Strahlentherapie des Kopfes können Haarwurzeln geschädigt werden. Eine Strahlentherapie gegen einen Tumor in einer anderen Körperregion beeinflusst die Kopfhaare dagegen nicht. So müssen zum Beispiel Brustkrebspatientinnen bei der Bestrahlung der Brust keine Auswirkungen auf ihre Kopfhaare fürchten, eventuell aber auf die Achselhaare. Ob die Haare ausfallen, wann und wie stark, hängt nur von der Strahlendosis ab, die direkt auf die Haarwurzel auftrifft. Bei Kopfbestrahlungen trifft die höchste Strahlendosis den Tumor im Kopfinnerinnen punktgenau. Meist sind die Haarwurzeln selbst bei hohen Strahlendosen deutlich geringer belastet als das Zielgebiet, der Tumor. Falls die Haare doch ausfallen, müssen sich Patienten länger als nach einer Chemotherapie gedulden, bis ein erster Flaum wieder sichtbar wird. Aber auch nach einer Bestrahlung erholen sich die meisten Haarwurzeln wieder.

Wenn ein Tumor im Gehirn durch eine Bestrahlung vollständig geheilt werden soll, sind bei manchen Patienten allerdings so hohe Strahlendosen notwendig, dass das Haar auf Dauer schütterer als vor der Behandlung bleibt. Patienten, bei denen eine Hirnbestrahlung vorgesehen ist, sollten ihre Ärzte auf die möglichen Folgen für den Haarwuchs ansprechen und um die Versorgung mit einer Perücke bitten, falls ein vorübergehender oder längerfristiger Haarausfall von den Medizinern für möglich gehalten wird.

Anlagebedingter Haarausfall (Alopecia androgenetica)

Geheimratsecken, Tonsur und mit zunehmendem Alter die größer werdende Glatzenbildung sind bekannte Erscheinungsformen eines typisch anlagebedingen Haarausfalls.
Die Ursache für diese Art von Haarausfall liegt in der hohen Anzahl am männlichen Hormon Testosteron.

Im Gegensatz zu den Männern verläuft Haarausfall bei Frauen anders. Meist beginnt der Ausfall der Haare erst in den Wechseljahren und tritt dann häufig in diffuser Form in Erscheinung.
Das Haar wird dann langsam und großflächig lichter, immer dünner und ab einem bestimmten Stadium wird es immer schwerer den Haarausfall durch einen Friseur zu vertuschen.

Diffuser Haarausfall (Alopecia diffusa)

Diese Form tritt überwiegend bei Frauen auf. Hier fallen die Haare eher gleichmäßig aus. Im Vergleich zur gesunden Kopfhaut sind hier genauso viele Haarfollikel vorhanden, jedoch dünnt sich das Haar gleichmäßig aus.

Ursachen dafür sind überwiegend Mangelernährung, Schwangerschaft, das An- und Absetzen von Anti-Baby-Pillen, Vollnarkosen, Infekte, Eisenmangel oder Stoffwechselstörungen.

Alopecia areata / Alopecia totalis / Alopecia universalis

Im Gegensatz zum anlagebedingten Haarausfall ist Alopecia Areata eine Krankheit, die meistens eng mit dem Immunsystem verbunden ist.

Die Haare werden regelrecht vom Körper abgestoßen. Es beginnt mit kleinen kahlen Stellen (Alopecia areata) die sich vergrößern und sich auf dem ganzen Körper ausbreiten, aber auch wieder verschwinden können.

Auch das Barthaar, die Augenbrauen und Wimpern können ausfallen. Bei Fortschritt und dem Verlust des gesamten Kopfhaares spricht man von Alopecia totalis.

Beim Verlust der gesamten Körperbehaarung spricht man von Alopecia universalis.